Der Sängerkreis Hersfeld besteht aus 31 Männer-, 14 Frauen-, 27 Gemischten, 3 Gospel-, 4 Jugend- und Kinderchören sowie einer Instrumentalgruppe. Er gliedert sich in die Bezirke Aulatal, Haunetal, Hersfeld, Landeck und Werratal. 2.217 aktive und 1.885 fördernde Mitglieder sind in ihnen vereinigt.

Obwohl es seit 150 Jahren Chöre im heutigen Sängerkreis Hersfeld gibt – die ersten waren der MGV 1841 Buchenau und der MGV 1849 Heringen – und viele in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts gegründet  wurden, gibt es erst seit Dezember 1919 eine Organisation dieser Vereine, den Sängergau „Heimatlied“. 1921 erfolgt der Beitritt zum Kurhessischen Sängerbund. Die Bannerweihe des Sängergaues im Jahre 1930, die Ausrichtung des Sängertages des MSB Ende Mai 1933 sowie die Teilnahme am 100jährigen Jubiläum des Mitteldeutschen Sängerbundes 1939 in Kassel sind zeitgeschichtliche Merkmale. Diese Jubiläumsfeier ist gleichzeitig die letzte Beteiligung des Sängergaues an großen Chorveranstaltungen, erst 1946 dürfen mit Genehmigung der Siegermächte die Vereine wieder mit ihren Chorproben beginnen. Erster chorischer Höhepunkt nach dem Krieg ist die 100jährige Geburtstagsfeier des MGV 1849 Heringen mit insgesamt 10.000 Sängerinnen, Sängern und Zuhörern.

Der ehem. Sängergau „Heimatlied“ wird neu organisiert, am 18.11.1951 wird der Sängerkreis Hersfeld als selbständiger Sängerbund gegründet. Im Sommer 1952 findet die erste sängerische Großveranstaltung des Sängerkreises – die sog. „Beethoven-Feier“ - anlässlich der Festspiele in der Stiftsruine Bad Hersfeld statt. 1953 erfolgt mit dem Wiederanschluss an den MSB die Beendigung der Selbständigkeit des Sängerkreises. In den folgenden Jahren gründen sich Frauenchöre, einige Männerchöre werden in Gemischte Chöre umgewandelt.

Musikalische Höhepunkte in den 60er Jahren sind 1962 die Teilnahme am Bundessängerfest des Deutschen Sängerbundes in Essen und 1964 das „Nächtliche Chorkonzert“ in der Stiftsruine Bad Hersfeld zum 125jährigen Bestehen des Mitteldeutschen Sängerbundes.

Am 01. Januar 1985 gibt der Sängerbund Haunetal seine Selbständigkeit auf und schließt sich dem Sängerkreis Hersfeld an, dadurch wird der Sängerkreis Hersfeld der zweitgrößte Sängerkreis im Mitteldeutschen Sängerbund.

Durch die Wiedervereinigung Deutschlands 1989 werden Kontakte mit Vereinen und Chören aus dem benachbarten Thüringen hergestellt, die vor dem Krieg Selbstverständlichkeit waren. Die Chorgemeinschaft „Liedertafel“ 1885 Berka wird 1991 in den Sängerkreis Hersfeld aufgenommen.

Das 75jährige Jubiläum des Sängerkreises Hersfeld setzt Akzente. Alle Chöre formieren sich mit ihren Sängerfahnen zu einem Umzug und verwandeln die Stadt am 02.07.1994 in eine „Singende City“.